Schauplatzwunden, Ludwig Laher

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Zwölf Menschen, die durch furchtbare Umstände und einen Schauplatz unfreiwillig miteinander verbunden wurden. Sie werden in Ludwig Lahers neuem Prosawerk porträtiert: Opfer, Täter und anderweitig von diesem Ort nachhaltig Berührte. Der Schauplatz ist ein zwischen Frühsommer 1940 und Spätherbst 1941 bestehender NS-Lagerkomplex in St. Pantaleon-Weyer, der zuerst als Arbeitserziehungslager und später als Zigeuneranhaltelager geführt wurde.

Auf den ersten Blick scheint diese zwölf Menschen kaum etwas zu verbinden. Unter ihnen findet sich ein Jurist mit erstaunlicher Karriere, ein Säugling, der mit vier Wochen sterben muss, ein extrem gewalttätiger Fleischhauer und eine achtfache Mutter aus dem Schaustellergewerbe. Doch sind ihre Leben miteinander verknüpft, denn sie alle steuern von verschiedenen Seiten aus auf den NS-Lagerkomplex zu.

Ludwig Laher erzählt ihre Lebensgeschichten, variiert dabei gekonnt die Erzählperspektiven und verknüpft die handelnden Personen unaufdringlich. Er schafft damit ein ungemein erhellendes Panorama aus Willkür, Ohnmacht, verbrecherischer Energie, roher Gewalt, politischem Kalkül, aber auch absurder, lebensentscheidender Zufälle.